Biographie :: Joe Melson

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Joe Melson wird am 11. Mai 1935 in Bonham, Texas, als Sohn eines Farmpächters geboren. Er lebt in Bonham mit seinen Eltern, zwei Brüdern und drei Schwestern. Die Familie bemerkt Joes musikalische Begabung und seinen natürlichen Rhythmus, bevor er ein ernsthaftes Interesse an Musik entwickelt. Nach einem Tag harter Arbeit bittet ihn sein Vater Clarence oft, für ihn zu singen. Wenn Joe singt, tanzt der Vater einen Jig - sehr zur Freude der Familie, denn für Extras wie Unterhaltung ist wenig Geld vorhanden.

 

Mitte der 50er Jahre besucht Joe das College in Midland, Texas, und steht einer Rockabilly-Band namens The Cavaliers vor. Durch den gemeinsamen Freund Ray Rush, macht Joe die Bekanntschaft des damals noch gänzlich unbekannten Roy Orbison. Ray arrangiert ein Treffen der beiden, nachdem er von Joe einen Song mit dem Titel "Raindrops" gehört hat. Ray vermutet, Roy könnte die einzigartige Melodie von "Raindrops" gefallen. Ray sollte Recht behalten. Joe singt "Raindrops" für Roy und dessen Frau Claudette. Nicht nur, dass Roy und Claudette den Song mögen, Roy bietet Joe sogar die Partnerschaft als Songschreiber an. Als Joe und Roy gemeinsam zu schreiben beginnen, entfaltet sich eine unbestreitbare Magie. Von beiden fließen Textzeilen ein, als ob die Songs bereits geschrieben wären. Das Gespann arbeitet Stunde um Stunde, wobei Joe Roys Stimme formt und die Melodien in ungeahnte Bereiche geleitet. Im buchstäblich millionenfachen Radioeinsatz ihrer Songs hat sich die Mühe längst ausgezahlt.

 

Ihr erster Hit, "Only The Lonely" von 1960, gilt als erste, opereske Rock-Ballade der Populärmusikgeschichte. In den Vereinigten Staaten erreicht der Song Platz #2 der Billboard Hot 100-Charts und Platz #1 in Großbritannien, wodurch Roy internationale Berühmtheit als Musiker erlangt. Jener Song inspiriert außerdem Elvis Presley zur Aufnahme von "It's Now Or Never", das auf die von italienischer Oper beeinflusste Ballade "O Sole Mio" zurückgeht. Aber Joe zufolge, kam einer der bewegendsten Berichte über die Wirkung des Songs von einem Vietnamkriegsveteranen. Der junge Mann erzählte Joe, wie einsam sich seine Kameraden und er so weit von zu Hause fühlten. Nachts lagen sie wach mit ihren eingeschalteten Transistorradios und schliefen nicht eher ein, als bis sie Roy Orbison "Only The Lonely" singen hörten. Joe sagt, der Song brachte ihre Gefühle zum Ausdruck. Sie vermissten ihr Zuhause, ihre Frauen, ihre Kinder, ihre Freundinnen, und nur die Einsamen, only the lonely, wussten, was sie des Nachts empfanden.

 

Joe und Roy ließen weitere Songs folgen: "Crying", "Running Scared", "Blue Bayou" und nicht zu vergessen "Blue Angel", geschrieben von Joe, als seine Tochter Michelle geboren wurde. Eine vollständige Songliste findet sich unter dem Stichwort "Songs" auf dieser Website. Zu jener Zeit nahm Joe mehrere eigene Singles für Hickory Records auf und schrieb für andere Künstler wie etwa Dan Folger, The Newbeats oder Ernie Ashworth. Neuauflagen erfuhren seine Songs in großer Zahl durch weitere Künstler in den USA und Europa beziehungsweise durch Verwendung in Soundtracks.

 

Für seinen Beitrag zur Entstehung des Rockabilly und der Entwicklung von Roy Orbisons Gesangsstil wurde Joe 2002 mit einem Platz in der Rockabilly Hall Of Fame geehrt. Dieser Tage nun erscheinen Joes eigene Versionen jener Klassiker, die von ihm und Roy geschrieben wurden. Zusätzlich sind seine frühen Singles für Hickory Records zur Wiederveröffentlichung vorgesehen. Joe hofft, seine Versionen der von ihm und Roy geschriebenen Songs werden als erfrischende Remakes einiger der weltweit beliebtesten Songs empfunden. Er verspricht, dass seine Songs nicht weniger anrührend und ebenso mit einer Prise seiner Rockabilly-Roots gewürzt sein werden. Joe war Co-Autor der Songs, die Roy Orbisons Karriere in den frühen 60ern in schwindelerregende Höhen führten.

 

Zu diesen Hits zählen unter anderem "Only The Lonely", "Running Scared", "Crying" und "Blue Bayou". Darüber hinaus leistete Joe einen maßgeblichen Beitrag zu Roys signifikantem Sound. Als Folge dessen, schufen die beiden einen neuen Musikstil: die dramatische Rock-Ballade. Joe sang Background bei fast allen frühen Hits und bei Live-Auftritten. Seine Stimme ist die erste, die in "Only The Lonely" das "dum, dum, dummy du wah" singt, welches die Bühne für Roys kraftvolle Stimme bereitet. Weitere, nennenswerte Hits, geschrieben von Joe und Roy, sind unter anderem: "Blue Angel", "I'm Hurtin'", "The Crowd", "Up Town" sowie "Cry Softly Lonely One", 1967 das Comeback des Sängers mit der Vorliebe für schwarze Kleidung. Roy war ein legendärer Schallplattenkünstler, aber erst durch Freunde und den legendären Songschreiber Joe Melson kam eins zum anderen.

 

Zitate über Joe

Bobby Seymour, Steel-Gitarist: Noch ist es ein Geheimnis. Verraten kann ich aber, es handelt sich um ein musikalisches Projekt, das alle Grenzen sprengt. Diese Musik wird dem harten Kern des Country-Publikums und überzeugten Rock- und Pop-Anhängern gleichermaßen gefallen. Jeder wird begeistert sein. Ich denke nicht, dass sich diese Musik mit einem Etikett versehen lässt. Sie ist aufregend, überaus opulent, sehr rhythmisch und dürfte Hörer unter kleinen Kindern wie Erwachsenen jeden Alters finden. Wir engagieren uns sehr für diese CD. Ich arbeite mit Joe Melson, der all die großartigen Roy Orbison-Standards wie "Blue Bayou", "Crying", "Only The Lonely" schrieb; er wird kritisieren, inspirieren, uns leiten und Hilfe sein. Hinzugezogen wurde außerdem Joes Schreibpartner Larry Dever, der genau so hart an diesem Projekt mitarbeitet. Band-Leader, Arrangeur und Dirigent ist Dan Borgers, der schon von Glen Campbell verpflichtet wurde. Verschiedene Leute zeigen hier großen Einsatz. Ich bin erfreut über das Niveau der Mitwirkenden, die mir zur Seite stehen.

Bill Morrison, Künstler: 1971 war Joe Produzent bei Empire Records in Nashville. Wir waren zwei Wochen gemeinsam mit der Grand Old Opry-Show von Ernie Ashworth im Golden Nuggett in Las Vegas aufgetreten. Nancy Dee, Betreiberin der Demon’s Den am unteren Broadway in Nashville, war ebenfalls in der Show. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber mir wurde erzählt, dass Nancy die Tochter von Webb Pierce war. Eine sehr talentierte Sängerin. Jeden Nachmittag spielte Nancy im Golden Nuggett Black Jack, stets am selben Tisch, mit demselben Geber. Wenn sie den Tisch verließ, suchte sie mich oder ein anderes Mitglied der Band und übergab genügend Chips, damit die Band und ich uns ein Abendessen leisten konnten. Sie wusste, der Opening Act, der eine Show eröffnet, wird selten reich. Und damals war ich schon seit zehn Jahren ein Opening Act. Joe Melson schrieb die meisten Roy Orbison-Hits und war selbst ein ausgezeichneter Sänger. Zwei Tage, bevor wir nach Las Vegas gingen, probten wir mit einer Band bei ihm zu Hause. Er lebte auf der anderen Seite des Sees, gegenüber von June und Johnny Cash in Hendersonville. Wir entließen die Band vor unserer Abreise nach Las Vegas und verpflichteten eine aus Kanada.

Duane Hitchings, Songwriter/ Keyboarder: Ich arbeite mit einem meiner Helden, Joe Melson. Ich bin begeistert, denn Joe, der die meisten Roy Orbison-Hits schrieb, ist ein Genie. Diese Songs beeinflussten die Stones, die Beatles, überhaupt jeden, und natürlich war Roy Orbison Elvis Presleys Lieblingssänger. Joe, Larry Dever und ich, wir haben hier großen Spaß miteinander. Die Arbeit, der wir im Augenblick nachgehen, ist uns ein Herzensbedürfnis – es ist wundervoll.

Deborah Allen, Künstlerin: Ihren ersten "richtigen" Job bekam sie als Background-Sängerin bei Roy Orbison. Deborah zufolge, begegnete sie ihm im International House Of Pancakes, wo sie als Kellnerin arbeitete (sie traf ihn an ihrem freien Tag), ohne dass sie ihn erkannte. Aber sie dachte bei seinem Aussehen, dass er im Musikgeschäft sein müsste. Jedenfalls war Deborah gewieft genug und fragte, ob er (und Co-Schreiber Joe Melson, der ihn begleitete) Versicherungsvertreter wären. Als er ihr erzählte, er sei im Entertainmentgeschäft, sagte sie, sie sei Sängerin. Das nennt man clever. Ihre erste Session für Big O brachte ihr 90$. Tatsächlich kam diese Session durch Zufall zustande. Zu der Zeit, als sie Roy und Joe traf, hatte sie kein Telefon, und als sie sich eins leisten konnte, trat sie mit der Musikergewerkschaft in Verbindung. Dort sagte man ihr, dass Joe Melson nach ihr sucht. Sie arbeitete im Opryland auf der Freilichtbühne, bekannt als das Showboat, und wurde ausgewählt, um Tennessee Ernie Ford bei einem Besuch in Russland als Sängerin und Tänzerin zu begleiten.

 

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